Chronik von 1921 bis 1951

Von Jahr zu Jahr nahm der junge Verein trotz schwerem Stand mit den älteren Ortsvereinen an Mitgliedern zu. Die sportliche Tätigkeit in den ersten Jahren bestand in Austragungen von Rennen, wobei auf Anhieb schöne Erfolge erzielt wurden.

Am 17. Januar 1922 trat der Verein dem Hess. Nassau. Radfahrerbund bei. Beim Bundesfest in Bretzenheim 1922 wurde im Korsofahren der 11. Preis erzielt. Am 24. Juni 1923 beim Gaufest I in Sprendlingen beteiligte sich der Verein erstmalig im 6er Schulreigen und erhielt den 6. Preis. Im Korsofahren der Klasse A-Blumenschmuck wurde mit 36 Fahrern der Ehrenpreis erreicht.

Am 8. und 9. Juni 1924 konnte der junge Verein mit Unterstützung von 13 benachbarten Vereinen seine Bannerweihe vollziehen.

Da die Schulreigen immer schwerer wurden, so dass sie nicht mehr mit Tourenrädern gefahren werden konnten, beschloss die Generalversammlung 6 Saalmaschinen zu kaufen.

Das Sportjahr 1925 brachte bereits ansehnliche Erfolge. Am 17. Mai in Schornsheim wurde im Blumenkorso der Ehrenpreis erreicht. Am 7. Juni besuchte der Verein gleich 2 Feste und konnte in Budenheim sowie in Wonsheim jeweils den Ehrenpreis und den 1. Korsopreis erringen.

Nach Meinungsverschiedenheiten mit dem Gau I beschloss die Generalversammlung am 9. April 1926 den Austritt aus dem Hess. Nassau. Radfahrerbund und trat am 8. Juni dem Pfälz. Radfahrerbund bei.

Die sportliche Tätigkeit in diesem Bund war jedoch nicht nach den Wünschen der Fahrer, so dass man bald wieder in den Nass. Radfahrer-Bund zurück fand.

Im Jahre 1927 bildete sich eine Kunstmannschaft mit den Fahrern

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Johann Koch, Karl Borngässer, Erwin Albert und Arthur Koch. Ihr erstes Auftreten in Ebersheim beim Gaufest ließ auf gute Erfolge hoffen. In der Generalversammlung am 4. Januar 1929 wurde beschlossen eine Kunstmaschine anzuschaffen.

In den Jahren 1929 bis 1937 errang der Verein unzählige Preise im Dreier- und Viererkunstfahren, wurde in den beiden Disziplinen mehrfach Gau- und Bundesmeister und zählte zu den bekanntesten Klubs in Südwestdeutschland.

Nachdem der Radsportverein seit 1939 jegliche sportliche Tätigkeit eingestellt hatte und nach Kriegsende im Sportverein 1861 zusammengeschlossen war, wurde der Wunsch laut den Verein wieder neu entstehen zu lassen.

Nach der Bestätigung durch die Besatzung konnte, trotz erheblicher Einbußen an Inventar und Ausrüstung, am 15. Dezember 1949 die Neugründungsversammlung im Vereinslokal Stumpf vollzogen werden. Leider hatte auch der Krieg eine große Lücke in unsere Reihen gerissen, und viele mussten ihr Leben für das Vaterland lassen. Auch die früheren Vorsitzenden Karl Zinn und Otto Elsheimer hat der Tod allzu früh von uns genommen. Als Dank für die großen Verdienste, die sich beide um den Verein erworben hatten, beschloss der Vorstand einstimmig die beiden Witwen als Ehrenmitglieder auf Lebenszeit zu ernennen.

Weiterhin beschloss der Vorstand alle diejenigen als Gründer anzuerkennen, die vor dem 31.12.1922 dem Verein beitraten und ununterbrochen bis 1933 dem Verein angehörten, sofern sie nach der Neugründung wieder Mitglied waren.

 

Mitglieder, die laut Vorstandsbeschluss auch noch Gründer sind:

      Fritz Ebling
      Karl Umsonst
      Otto Pharo
      Karl Borngässer
      Emil Jakob Seibel
      Jakob Müller
Karl Kalbfuß
Jakob Albert
Johann Mai
Heinrich Elsheimer
Willi Stallmann

 

Durch den Verlust der beiden Kunstfahrer Johann Koch und Arthur Koch, die auch ihr Leben für das Vaterland gaben, konnte die alte Kunstmannschaft nicht wieder entstehen. Es bildete sich eine neue Mannschaft, die in die Fußstapfen der alten treten wollte, und zwar mit den Fahrern Ewald Pharo, Karl Borngässer jun., Walter Rauschkolb und Erich Neder.

Mit viel Mühe und Ausdauer gelang es endlich die Saalmaschinen wieder fahrbereit zu machen.

 

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Gewissenlose Elemente hatten in den Nachkriegswirren den Ausstellungsschrank aufgebrochen und wertvolle Preise und Andenken entwendet. Aber mit Mut und Elan ging es an den Wiederaufbau des Vereins.

Bereits am 1. Bezirksfest konnte der Verein im 3er und 4er Kunstfahren sowie im 6er Gruppenfahren gemischt bemerkenswerte Erfolge erzielen.

So eilten unsere Mannschaften von Sieg zu Sieg, und die neue Mannschaft wurde genau so erfolgreich wie die alte Mannschaft.

Am 5. Juni 1950 fand in der Dreschhalle zu Undenheim ein internationales Radsportfest statt, wobei Fahrer von Frankreich, Belgien und der Schweiz sowie namhafte Kunst-, Reigen- und Radballmannschaften unseres Mittelrheinischen Radfahrverbandes ihr Können unter Beweis stellten.

Im Jahre 1951 konnte der Verein auf sein 30-jähriges Bestehen zurückblicken, welches aber nur intern gefeiert wurde.

 


 

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